DISG e.V.

Deutsche Interessengemeinschaft Schwimm- und Geländefahrzeuge

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Treffenberichte

Pfingsttreffen in Demmin


vom 26.05.2007 bis 28.05.2007

von Brigitte Schultes

Vor einigen Jahren begann mein Mann mit dem Sammeln von historischen amerikanischen Fahrzeugen.

Im Rahmen  von Veranstaltungen in Holland, Belgien und Deutschland nahmen wir auch an einigen Treffen teil. Diese wurden in der Regel auf Truppenübungsplätzen durchgeführt. Wir wohnten in Zelten, sanitäre Einrichtungen waren meistens knapp und einmal mussten wir sogar im Stadtpark von Nijmegen übernachten, ohne Wasser und Toiletten. Ich fand keinen großen Gefallen an diesen Treffen. Eines Tages hatte ich genug und beschloss, nie mehr mitzufahren.

Mittlerweile ist mein Mann auch noch Sammler von deutschen Fahrzeugen und nennt u.a. auch einen Schwimmwagen sein eigen. Klaus-Helmut Kötting erzählte uns viel von den Treffen der DISG und lud uns häufiger zum Kommen ein. Aber- ich hatte so meine Bedenken.

Das diesjährige Pfingsttreffen in Demmin fand nun fast vor unserer Haustür statt, denn wir  machten gerade Urlaub in unserem Zweitwohnsitz in der Uckermark. So lag es natürlich nahe, einen Abstecher nach Demmin zu unternehmen. Kurzentschlossen buchten wir ein Zimmer im Hotel Trebeltal und reisten am Freitagabend an.

Die meisten Teilnehmer des Treffens waren im Hotel Pommernland untergebracht. Hier befanden  sich auch die Einsatzzentrale der DISG und der Sammelplatz für alle Fahrzeuge. Klaus-Helmut organisierte uns eine Mitfahrgelegenheit in einem Schwimmwagen und Ralf Wagner, der Schriftführer des Vereins, wurde für 2 Tage unser „ Kapitän“.

Am Samstag früh wurde das Treffen offiziell unter Teilnahme des Bürgermeisters und Ordnungsamtsleiters von Demmin eröffnet. Bemerkenswert fand ich, dass der Bürgermeister persönlich  alle Teilnehmer herzlich begrüßte. Die Stadt Demmin weist wenig Industrie und eine hohe Arbeitslosenrate auf. Eine Veranstaltung wie diese ist wichtig für die Region, denn sie verschafft, wenn


auch nur kurzfristig, einigen Menschen Arbeit.

Dies bestätigte mir auch ein Mitarbeiter der Gastronomie, mit dem ich mich abends längere Zeit unterhalten habe. Nach der offiziellen Eröffnung sammelten sich  dann alle Fahrzeuge zur Abfahrt. 28 Schwimmwagen und 15 Landfahrzeuge, 108 Teilnehmer und 10 Kinder, dazu noch Gäste, boten einen beeindruckenden Anblick.

Dann ging es los Richtung Hafen, wo sich die Fahrzeuge in  2 Gruppen aufteilten. Die Schwimmwagen-Gruppe hatte ihre erste Wassereinfahrt  in die Peene, während  sich die Landfahrzeuge auf den Weg nach Peenemünde machten.

Für mich wurde es jetzt etwas aufregend. Nicht nur, dass ich das erste Mal in einem Schwimmwagen aufs Wasser musste, ich war auch noch zuständig für das Runterlassen und Hochnehmen der Schraube  und wie sich später herausstellte, das Werfen des Abschleppseiles. Abends war ich doch sehr froh, dass die Schraube überlebt hat. Auf der Peene ging es Richtung Kummerower See. Bei strahlendem Sonnenschein genoß ich die Fahrt und


erfreute mich an der urwüchsigen Ufervegetation. Besonders gefielen mir die vielen gelben Wasserlilien, und man konnte auch Spuren von Bibern sehen.

Unser Käpt’n  Ralf passte während der Fahrt immer auf, dass kein Fahrzeug zurückblieb und so konnten wir auch ein Fahrzeug mit Panne an Land schleppen.

In Trittelwitz wurde eine erste Pause eingelegt und wir fuhren an einem Sandstrand  aus dem Wasser. Besonders die Kinder hatten hier viel Spaß beim Planschen und der kleine Max konnte nicht genug bekommen.

Nach ca. 30 Minuten ging es auf der Peene weiter nach Upost, wo es Mittag geben sollte. Dies mussten wir uns aber schwer erarbeiten, denn die Ausfahrt war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die dafür vorgesehene Stelle war nach kurzer Zeit nicht mehr

befahrbar  und  es musste ein Radlader angefordert werden.


Dieser schleppte dann einige Fahrzeuge an Land, währenddessen andere unerschrocken auf eigene Faust versuchten, Festland zu erreichen .Dies erforderte von den Fahrern viel Geschick, weil schlammige Böschungen oder Schilfgürtel die Ausfahrt erschwerten. Ganz offensichtlich hatten aber auch alle,  Fahrer, Mitfahrer und Zuschauer, viel Spaß an dieser Herausforderung. Die Mittagspause war wohlverdient und die Gulaschsuppe schmeckte einfach super.
Nach der Mittagspause ging es in Upost wieder ins Wasser und am Kummerower See-Ausfahrt Aalbude  war das Ende der Wasserfahrt. Auf dem Landweg ging es zurück nach Upost.

Ein schöner Tag fand seinen Abschluss mit einem gemeinsamen Grillabend im Wald. Es gab Schwein am Spieß und leckere Salate und an einem imposanten Lagerfeuer konnte man sich zu fortgeschrittener Stunde aufwärmen.

Am Sonntag schlossen wir uns der Landfahrzeuggruppe an, die einen Bunker besichtigen. Die „gebunkerte Troposphärenfunkzentrale 302 des Warschauer Paktes„ befindet sich in Eichenthal, versteckt in einem Waldstück. Diese Anlage gehörte zu einem streng getarnten, abhörsicheren Kommunikationsnetz des Warschauer Paktes und sollte auch im Falle eines Atomschlages noch funktionieren.

Herr Wenzel, der 2005 die 17 ha große militärische Liegenschaft übernahm und  die Anlage mit großem persönlichen Einsatz zu einem Museum umbaute, führte uns durch einen Teil der Bunkeranlage.

Mich persönlich hat diese Besichtigung sehr berührt, denn es stiegen lange verdrängte negative Erinnerungen in mir hoch.

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Bunkeranlage lebte ich noch in der damaligen DDR. Es war eine Zeit der Mangelwirtschaft, die DDR  stand politisch und wirtschaftlich vor dem Aus, während hier noch  ca.  40 Millionen Mark verbaut wurden.

Ich habe großen Respekt vor den Betreibern dieser Anlage und ihrem Ziel - ich zitiere aus dem Buch „Geheimobjekt Atombunker“ von Götz Wenzel

„Möge es künftigen Besuchern einen bleibenden Eindruck vom Irrsinn eines möglichen Atomkrieges vermitteln und ein wichtiges Kapitel der Militärgeschichte vor dem Vergessen bewahren.“


Nach der Bunkerbesichtigung fuhren wir weiter zum Mittagessen. Diesmal gab es leckere mecklenburgische  Rindersteaks vom Grill.

Weiter ging es dann zu einem privaten Motorradmuseum. Ein Motorroller „Berlin“ erinnerte mich an eine Fahrt als Kind mit meinem Vater. Da ich mich aus Angst in einer Kurve in die falsche Richtung lehnte, landeten wir im Sand. Zum Glück war nichts passiert, aber diese Geschichte wird immer wieder gerne erzählt.

Zurück in Demmin trafen wir uns mit den Landfahrzeugen auf dem Crossgelände und wer wollte konnte sich noch mal so richtig austoben.


Ich bin allerdings ausgestiegen, wie das so ist mit den Erinnerungen - bei einer Geländefahrt mit meinem Mann, der mit dem  Dodge in einer Ackerfurche landete, blockierte ich mir einen Halswirbel. Da bin ich jetzt etwas vorsichtig geworden.



Ein schöner Abschluss des Treffens war für uns das Gala-Büfett im Hotel „Pommernland“. Die Tische waren festlich  dekoriert  und ein abwechslungsreiches Büfett  

lud dazu ein, viel mehr zu essen, als man eigentlich sollte. Der Musiker konnte sogar richtig gut singen.


Es gäbe sicher noch viel mehr über  dieses Pfingsttreffen zu berichten. Ich kann nichts erzählen über die Fahrt nach Peenemünde, die Nachtfahrt oder die Fahrt der Schwimmwagen auf dem Kummerower See und nach Gravelotte. Ich habe keine Ahnung von den technischen Details der Fahrzeuge und mich interessierte auch nicht der Teilemarkt.


Ich saß im Schwimmwagen und dachte an die vielen jungen Männer, die während des Krieges mit diesen Fahrzeugen fahren mussten.


Ich bin froh, dass dieses Treffen ohne jeden militärischen Hintergrund war und wir gemeinsam mit Sammlern aus der Schweiz, Österreich, Dänemark  und Schweden zusammen waren.


Ich habe mich sehr gefreut über das Familiäre - 3 Generationen in einem Fahrzeug, den Spaß, den die Kinder hatten, die Kameradschaftlichkeit und  den Zusammenhalt der DISG Mitglieder.


Ich war auch sehr froh, dass die Bevölkerung so positiv auf die Fahrzeuge reagiert hat.

Ich finde, dass die Organisatoren, Helfer und Gastronomen Großartiges geleistet haben. Es war perfekt.

Bedanken möchte ich mich besonders  bei meinem Kapitän, der uns sicher durch meine schöne mecklenburgische Heimat chauffiert hat.


Ich wünsche mir, dass auch die anderen Teilnehmer mit positiven Erlebnissen und Eindrücken nach Hause gefahren sind und wer weiß.........


Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.




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