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Treffenberichte

Mit dem Kübel durch die Hügel - Westalpentour 2011

Von Bodo und Sylvia Peters


Schon im Spätsommer des Vorjahres hatten wir beim „Reisebüro Lindner“ einen Aktivurlaub per VW Typ 82 in den Westalpen gebucht. Während des Pfingsttreffens in Waldeck wurden im Teilnehmerkreis grundsätzliche Dinge besprochen, um im Anschluss die individuellen Vorbereitungen voranzutreiben.


Für uns hieß das vor allen Dingen, in geeignete Campingausrüstung zu investieren.

Gut Ding will Weile haben, und so ergab es sich, dass die Tour wegen Sichtbehinderung - Peter hatte sich mit einseitig mäßigem Erfolg an den Augen operieren lassen - kurzfristig vertagt werden musste.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Nach mehreren Abstimmungen untereinander stand dann fest:

 Teilnehmer:    Peter und Inger Lindner

                        Johannes Leimstädtner

                        Bodo und Sylvia Peters


 Treffpunkt Samstag, den13.8.2011 bei Johannes in Lana

 Abfahrt Montag, den 15.8.2011 ab Lana

 Zeitraum ca. 14 Tage


Auf dem Programm standen 12 Touren mit gefühlten 122 Pässen, die Peter im Wesentlichen schon etwa 16 Monate zuvor per Toyota im Rahmen einer Off Road Tour abspulte, was ihm sicherlich gefallen hat, jedoch keine wirkliche Herausforderung darstellte.


Dieser Herausforderung wollten wir uns jetzt gemeinsam stellen, und zwar mit einem Kübel der unterschiedlichsten Evolutionsstufe.

Ich als Originalfetischist mit drei Zugeständnissen:



Johannes mit seinem Alltagsauto- Vorderachse mit Busbremsen,

Vollsynchrongetriebe und mit 1600 qcm ausreichend motorisiert.


Peter- ja Peter hatte mich am Telefon „vorgewarnt“, dass er mit seinem Jugendtraum aufkreuzen würde, was bedeutet:




Wie abgesprochen trafen wir uns also am 13.8.2011 bei der Werkstatt von Johannes in Lana- Südtirol.

Beim Anblick von Peter`s Kübel konnte ich mir ein fröhliches Grinsen nicht verkneifen, wozu auch? Falls irgendwann in einem Comic- Heft ein Kübel `mal eine Rolle spielen sollte, so wird er genau so aussehen- einfach lustig!!!

Nachdem Johannes eintraf, wurden auch sofort Tourenpläne für das noch verbleibende Wochenende aufgestellt und unmittelbar umgesetzt. Wer schon einmal in Meran war, der weiß, dass man dort die herrlichsten Bergtouren fahren kann. Mit einem ortskundigen Anführer ist es dann noch um Potenzen schöner.



Am Samstag hatte Hannes noch eine kleine Einlage parat. Nachdem wir uns mit dem ortsansässigen Urgestein der Tiroler Kübelszene Fritz Ladurner, bekannt als Schienenfritz getroffen hatten, fuhren wir gemeinsam zum nahegelegenen Porschemuseum in Kuens. Dazu musste man wissen, dass das Herz des Inhabers weniger an den Sportwagen unseres Lieblingskonstrukteurs hängt, als an den gleichnamigen Traktoren. Diese kann man dann auch in allen Varianten, Größen und Zuständen in unglaublicher Anzahl bestaunen. Abgerundet wird die Sammlung durch Traktoren diverser anderer Hersteller sowie einem Porsche 911. Um die Erkenntnis reicher, dass „Trecker fahren„ nicht nur das Hobby eines norddeutschen Waisenknaben ist, ging es dann weiter bergauf, bergab, bergauf… in ein hochgelgenes Gasthaus zur ausgiebigen Brotzeit mit herrlichem Ausblick. Die sich anschließende Talfahrt endete dann in einer Gaststätte am Schwimmbad Merans- mit lecker Pizza. Essen hält schließlich Leib und Seele zusammen!


Übernachtet haben Lindner`s und wir in der Werkstatt von Hannes.


Der Sonntag begann mit herrlichem Wetter und reichhaltigem Frühstück in einem Hotel in Lana. Anschließend Treffen mit Hannes und ab in die Berge zum Höhentraining. Beim gemeinsamen Mittagessen mit Frau und den drei wirklich hübschen Töchtern von Hannes- das gibt Schwiegersöhne!!!- schien die Sonne noch erbarmungslos vom Himmel.


Weiter ging es nach Schenna, einem höher gelegenen Stadtteil von Meran, wo wir Michele Vanni, einen weiteren Dinosaurier der dortigen Szene auf seinem Hof mit anliegender Apfelplantage besuchten.

Zum Abschied, mit reichlich Vitaminen aus häuslicher Produktion bedacht, fuhren wir wieder abwärts in die Unterkunft- Hotel Hannes.

Mittlerweile hingen dann doch diverse Regenwolken über den Bergen.

Mit der Aussage von Hannes: „Ach, das Wetter ändert sich hier schnell- das wird schon!“ ging es dann auch ins Bett.

Morgen, also am Montag, den 15.8.2011 sollte es ja erst losgehen, unser Abenteuer Westalpen.

Stark einsetzender Regen und Gewitter bescherte dem friedlichen Schlaf ein jähes Ende. Hannes kam gut gelaunt wie immer, um sein Auto noch mit ein paar Utensilien reisefertig zu machen, nochmalige Absprache über die erste Etappe und ab ging es, wir wollten dem Regen davonfahren.


Weit kamen wir jedoch nicht, da die Verdecke bzw. die Frontscheibenabdichtungen den Wassermassen nicht gewachsen waren, so dass uns eine Zwangspause zu Gästen der Feierlichkeiten anlässlich Christi Himmelfahrt machte. Die Zeitverschiebung dieses Festes zu Deutschland konnte ich mir nur damit erklären, dass es damals jenseits der Alpen schon einen Sommer- bzw. Winterfahrplan bei der Himmelfahrt gegeben haben muss.

Was soll man tun bei diesem Wetter- erst mal essen und trinken.


Nachdem die verschiedensten Ideen durchdiskutiert waren, wie denn eine bessere Abdichtung der Fahrgastzelle zu erreichen wäre, ging es zurück in die Werkstatt von Hannes zur Umsetzung.

Die erstbeste Wolkenlücke gegen 14:00 Uhr wurde zum endgültigen Aufbruch genutzt.


Km- Stand 15588


Von Meran fahren wir auf der 38 Richtung Westen. Super Straße, kein Stress für Ross und Reiter – aber haben wir 1300 km Anfahrt in Kauf genommen, um hier spazieren zu fahren?


Noch einmal sollte uns der Regen zum Halten zwingen- aber wirklich zum allerletzten Mal, von Stund` an absolutes Urlaubswetter!


Hinter Schlanders ging es links ab Richtung Stilfser Joch. Jetzt war Schluss mit gemütlich Spazieren fahren. Zwar ist die Strecke super ausgebaut, aber die stetig steiler werdende Auffahrt mit engen Kehren, die dir auch noch den letzten Schwung nehmen, bringen dich sehr schnell in den Grenzbereich der Originalmotorisierung- klarer Vorteil für die Kollegen!


Zum Glück ist bei der spartanischen Instrumentierung des Kübels ein Ölthermometer nicht vorgesehen, ansonsten hätte ich mich wohl kaum getraut, den sogenannten Fahrfußhebel permanent so nieder zu treten, dass im II. Gang Drehzahlorgien abgingen, die den III. Gang in freudiger Erwartung seines bevorstehenden Einsatzes schon zucken ließen, aber meistens musste ich ihn mangels Leistungsreserven enttäuschen.


Mit beiden Ohren die kompakte Antriebseinheit belauschend und zumindest einem Auge den Gegenverkehr in den Kehren abtastend, war es dann endlich geschafft, das Stilfser Joch mit 2758m ü.M. war erklommen, verdiente Pause für Technik und Nerven.


Die beiden Frauen nutzten die Pause für einen kleinen Einkaufsbummel, bei dem für Peter und mich je eine Mütze abfiel, die uns für den Rest der Tour gute Dienste leisteten. Zwischenzeitlich hatten wir Männer ein Gespräch mit einem technisch interessierten Wanderer. Da Peter auf seinem Kübel immer noch die Aufkleber von Mouldi hat, fragte er uns, ob wir in der Sahara waren? Als Peter die Frage ohne Zeitangebe bejahte, kam die prompte Ansage des netten Mannes: Wenn die Dinger das ausgehalten haben, schaffen sie das hier auch ohne Probleme!

Vielen Dank für die treffende Vorhersage.

Beim Abschied erzählte der gute Mann uns allen Ernstes, dass er auch schon mit seinem Goggo in Marokko war. Dagegen empfand ich unser Unternehmen noch als völlig normal.


Wo ein Plus, da auch ein Minus, wo ein Berg, da auch ein Tal. Und so ging es abwärts über den Umbrailpass auf 2501m ü.M. nach Santa Maria auf 1375m ü.M.. Zwischen Santa Maria und Umbrailpass sind auf einer Strecke von 13,5 km 34 Kehren zu passieren, dabei stehen dann eher die Bremsen als der Antrieb im Focus.


Über den Ofenpass- für uns jetzt eher ein Pässchen- ging es durch Zernez und Zuoz nach St. Moritz. Spätestens hier wurde mir klar, dass wir ohne jegliche Kontrolle mittlerweile in der Schweiz waren, was für einen gelernten DDR- Bürger auch nach fast 22 Jahren Reisefreiheit immer wieder berauschend ist.


Von St. Moritz aus war noch der Malojapass zu überwinden, um das Tagesziel Chiavenna zu erreichen.


Bei Km- Stand 15826 kamen wir gegen 18:00 Uhr in dem von Peter anvisierten Hotel an und bekamen auch prompt Quartier-ohne Buchung. Zum Hotel- Familienbetrieb gehört auch eine als Gaststätte betriebene Grotte, in der wir uns vom Wirt zu einem Menü überreden ließen- zum Glück, denn absolut empfehlenswert!


Nach ausgiebigem Mahl durften wir auf Anfrage noch die ebenfalls im Fels befindlichen Lagerräume besichtigen, wo Käse, Schinken und Salami reifen, und fielen zufrieden ins Bett.





16.8.2011 Km- Stand 15826


Frühstück im Hotel, Sachen packen und so gegen 9:30 Uhr fuhren wir Richtung San Bernhardino. Mi knapp 2000 m und gut ausgebauten Straßen war das für uns jetzt nicht Besonderes mehr, und ich konnte befriedigt feststellen, dass mein „Originalkübel“ in der Kombination 15er Räder und abgetarntem 30 PS- Motor bei erträglichen Anstiegen durchaus mit den über erheblich mehr Schubkraft verfügenden Über- Kübeln mithalten konnte. So war es dann auch für Hannes möglich, der nach eigener Aussage mehr nach Intuition als nach Karte unseren Spähtrupp angeführt hat, seinen Job relativ stressfrei durchzustehen.


Stress wollten wir auf gar keinen Fall, denn unsere eigentliche Mission lag ja noch vor uns.


Über Mesocco und Bellinzona kamen wir zum Lago Maggiore.


Am Lago Maggiore war Hannes kurzzeitig seiner Intuition erlegen, so dass wir eine kleine Ehrenrunde gedreht haben, was dem Fahrspaß eher zuträglich war- einfach herrlich dort!


Jetzt ging es wieder aufwärts über Malesco und Masere über den Simplon -Pass- auch wieder ein 2000er. Unser Tagesziel hieß Vernayaz, wo Peter einen Zeltplatz mit Wasserfall auserkoren hatte. Langsam wurde uns jedoch bewusst, dass unser Gegenspieler an diesem Tag die Zeit sein sollte und somit machten wir Schwung auf`s Pleuel. Dummerweis konnte das Navi mit den von einem Prospekt übernommenen Daten nicht wirklich viel anfangen, was die Suche nach dem Zeltplatz zum Glücksspiel machte- live ist live.


So gegen 21:30 Uhr hatten wir den Zeltplatz geortet, allerdings war dieser geschlossen.


Zurück zu einem Hotel, an dem wir vorbei gefahren sind- keine freie Kapazität mehr. Peter hat dann jedoch noch Pizza für alle organisiert, sowie wildes Campen am Fußballplatz des Ortes möglich gemacht. Jetzt sollte es sich rächen, dass wir unser neues Zelt lediglich vor einem Jahr zur Probe bei Sonnenschein im häuslichen Garten aufgestellt haben! Im Scheinwerferlicht war es dann doch deutlich schwieriger. Eine besonders unkonventionelle Art der Übernachtung im Kübel hat Hannes uns vorgeführt, was wir aber erst am nächsten Morgen bestaunen konnten. Wohl auch am Ende der Bereitschaft zu größeren Umbauten am Kübel, hat er das Auto kurzerhand so hergerichtet, dass er oberhalb der Querstange und des Kofferraumdeckels liegen konnte, was keinerlei Bezug zur in der Betriebsanleitung beschriebenen Variante hat.


Gute Nacht Hannes, Gute Nacht Bodo…!



17.8.2011 Km- Stand 16238


So abgeschieden, wie wir glaubten, war der Fußballplatz nun auch wieder nicht. Und um eventuellen Ärger aus dem Weg zu gehen, war bei einsetzendem Publikumsverkehr „die Fliege machen“ angesagt.

Mit so frühen Touri`s rechnet natürlich niemand, was bedeutete, dass wir die in unmittelbarer Nähe befindliche Schlucht außerhalb derregulären Besuchszeit in Augenschein nahmen. Dazu musste allerdings noch der verschlossene Zugang mittels akrobatischer Klettereinlage überwunden werden. Der sportlichste und jüngste zuerst, also Peter!


In Martyigny gehörten wir zu den ersten Kunden auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. Unser vorgetäuschtes Interesse galt einem bereits geöffneten Baumarkt. Gekauft haben wir dort rein gar nichts, aber nachdem alle nacheinander die keramische Abteilung aufgesucht hatten, konnte es nun erleichtert weitergehen. Da heißt es immer, die Schweiz sei so teurer, das konnte ich bis jetzt

gar nicht bestätigen. Auf dem Parkplatz fragte mich ein älterer Einheimischer:“Isch dasch ah De Ka Weh?“ Ich sagte:“Nein der ist älter!“ Er: „Ach de De Ka Weh isch älder!“  Er: „Ach de De Ka Weh isch älder!“

Nach meinem kopfschüttelnden „Nein“ war die Unterhaltung beendet.


mmer noch auf Anreise zu unserem Zielgebiet ging`s jetzt über den großen Bernardo mit 2469 m ü. M. zurück nach Italien, bergab nach Aosta.

Die Luft aus dem Tank gelassen boxten wir uns wieder bergauf zum Pice S. Bernardo auf 2188 m ü. M. über die Grenze nach Frankreich. Es müssen ja nicht immer die Ardennen sein. Über herrliche leicht zu fahrende Serpentinen erreichten wir gut im Zeitplan liegend den anvisierten Zeltplatz in Tignes. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten war noch genug Zeit da, um das Umland auszuspähen.


Mitten im Nichts haben die Franzmänner dort einen Pseudoort geschaffen, der einzig und allein dazu dient, den zahlungskräftigen spaßsuchenden Wintersportlern fast unbemerkt möglichst viel bedrucktes Papier aus der Urlaubskasse zu saugen.


Zur weiteren Optimierung des Kampfgewichtes meines Kübels musste dann noch das eine oder andere mitgeführte Bier getrunken werden, bevor es zufrieden ins Bett ging.


Es gibt das Gerücht, dass sich während der gesamten Tour sowohl in unmittelbarer Nähe unseres Zeltes als auch bei Hannes des Nachts grunzende Wildschweine aufgehalten haben sollen, Fotos gibt es davon nicht.



18.8.2011 Km- Stand 16468



Der Zeltplatz von Tignes liegt auf einer Höhe von 1800 Metern, umgeben von deutlich höheren Bergkuppen, so dass der Sonnenaufgang zwangsläufig verzögert wird. Um 8:30 Uhr war es dann soweit, in der Sonne sitzend frühstücken, Zelt abbauen, Sachen packen und gegen 9:30 Uhr Abfahrt.

Die geplanten Touren hat Peter aus einem Off-Road Spezial aus dem Jahre 2005. Heute sollte es dann losgehen mit der ersten Schotterpiste, im Heft die Tour 8, zum Fort de la Terra auf 2510 m ü.M.. Luftlinie waren wir vom Fort lediglich ca. 30 km entfernt. Praktisch umgestetzt hieß das allerdings, erst einmal den Col de I`lseran mit 2762m zu erklimmen, was bedeutete, knapp 1000 m Höhenunterschied in kurzer Distanz hinauf zu krabbeln.


Jetzt durchatmen und Rollen lassen bis Lanslebourg- Mont Cenis auf 1399m ü.M. , und mit Schwung wieder rauf auf 2083m zum Mont Cenis. Hinter einer kleinen Ansiedlung stand dann ein unscheinbarer Wegweiser


„Fort de la Terra/ Lanslebourg. Den Weg hätte ich gar nicht für voll genommen, aber genau da sollte es langgehen. Also im Gänsemarsch abgebogen und die Piste unter die willigen Räder genommen. Der Weg ist zwar schmal, aber einfach zu fahren, wenn man es nicht eilig hat. Nachdem wir ein paar einzelne Gehöfte und zwei Viehgatter passiert hatten, war auch bald die Baumgrenze erreicht. Da Peter in diesem Fall den Vorturner machte, war es auch ihm vergönnt, an einer wirklich schwierigen Passage hängen zu bleiben. Nach kurzer Überlegung beschlossen wir, diesen Abschnitt komplett zu umfahren.


Im Anschluss dieser Aktion hatte Peter einseitig begrenzten Lenkeinschlag, was bei dem Terrain echt hinderlich ist. Durch Korrektur an den Spurstangen konnten wir das problemlos ausgleichen. Weiter ging`s hinauf Richtung Fort.


Von den in der Tourenbeschreibung aufgeführten Schwierigkeiten haben wir bis auf die schon erwähnte Stelle nichts gespürt, allerdings hatten wir super Wetter und vielleicht die besseren Autos. Jedenfalls sind wir direkt bis zum Eingang der Fortanlage gefahren. Für die Besichtigung der Anlage und die einmalige Aussicht haben wir uns genügend Zeit gelassen, um völlig entspannt den Rückweg zu genießen.


Kurz bevor wir wieder die öffentliche Straße erreichten, gab es Gegenverkehr. Ein treusorgender Familienvater im vollklimatisierten G- Modell mit Frau und Kindern stand uns plötzlich auf dem schmalen Hohlweg gegenüber. Die weit aufgerissenen Augen mit dem „ und was wird nun?“- Blick werde ich nie vergessen. Uns einfach auszuweichen, mit seinem ach so geländegängigen Fahrzeug, schien ihm nicht in den Sinn zu kommen. Als Hannes, der vorweg fuhr ihm ein Zeichen gab, er möge doch wenigstens soweit vorfahren, dass wir sein Geländefahrzeug über die nicht unerhebliche Hohlwegkante hinweg umfahren können, kam spätestens bei der Umsetzung des Vorhabens zu den Stielaugen noch der abgeklappte Unterkiefer hinzu.


Was wollte dieser Mensch nur in dieser Gegend???

Tagesziel war heute das „Refuge Petit Mont Cenis“, eine Schutzhütte mit Gruppenunterkünften, Strom vom Aggregat bis 21:00 Uhr und erträglichen Preisen.


Nach kurzer Irrfahrt wegen zweifelhafter Beschilderung am Lac du Mont Cenis erreichten wir die Unterkunft gegen 17:30 Uhr. Dort angekommen musste ich erst einmal meinen Lichtschalter überlisten, der sich plötzlich weigerte, die von der Lichtmaschine mühsam erzeugte Spannung auch an die Rückleuchten weiterzuleiten. Nach dem Abendessen haben wir etliche Murmeltiere in der Nähebeobachten können, sowie einen Fuchs, der uns fast aus der Hand fraß.






Leider hatte sich diese Unterkunft auch eine Horde pubertierender Franzosen ausgesucht, deren Erzieher nicht ansatzweise in der Lage waren, ihre Zöglinge des Nachts auf ein erträgliches dB- Maß herunterzufahren. Peter hielt das nicht lange aus und hat sich lautstark mit den antiautoritär erzogenen Persönlichkeiten angelegt- aber es war ein Kampf gegen Windmühlen.

19.8.2011 Km- Stand 16574


Das Frühstück konnten wir in Ruhe genießen, da die Franzosen allesamt schon auf Wanderschaft waren. Zunächst fuhren wir in Richtung Lac du Mont Cenis und überquerten den hellblau leuchtenden See auf der Staumauer.


Nach kurzem Halt ging es zurück über die Staumauer, um das Fort Variselle, eine auf 2100 m , hoch über dem Stausee befindliche Wehranlage zu besichtigen. Die Zufahrt war durch unmissverständliche Verbotstafeln gesperrt, aber nicht verriegelt und verrammelt. Ab dem zweiten Drittel der Fahrt wurde mir klar, dass die Schilder dort unten keines Wegs fehl am Platze sind. Zwar hatten wir bis jetzt schon etliche Kilometer Schotterstraße gefahren, das hier glich jedoch eher Verhältnissen im Steinbruch, so dass Inger lieber die Vormittagssonne vor Ort genoss, als sich im Kübel durchschütteln zu lassen.


Es war wirklich eine anspruchsvolle Strecke, bei der aber auch der letzte Zentimeter Bodenfreiheit gebraucht wurde, unglaublich, was man mit den Autos machen kann!

Das Fort selbst ist schon eine imposante Anlage, zerlegt sich jedoch langsam in seine Bestandteile.

Für den Besucher gibt es dafür einen grandiosen Blick auf den See und die umliegenden Berge.

Geplant hatten wir, jetzt die Tour 4 zu fahren, den Lac Roterel, diese war aber leider gesperrt.


Kurz umdisponiert ging es weiter nach Susa in Italien. Mägen und Tanks gefüllt, nehmen wir nun die Tour 7, die Asietta- Kammstraße in Angriff. Diese Straße unter die Räder zu nehmen, ist Fahrspaß pur! Auf einer Strecke von 50 km waren acht Pässe zwischen 2000 und 2500 m ü. M.zu überwinden. Die anfangs asphaltierte Strecke windet sich teilweise eng und nicht einsehbar durch ausgedehnte Waldstücke. Nachdem der Belag auf Schotter gewechselt hat, geht es jetzt durch eine harmlose Hügellandschaft, welche jedoch bald den Blick auf die unzähligen Serpentinen des Colle de Finestre freigibt. Die Passhöhe des Colle dell Assietta 2472 m ü. M. war nach gut 10 km erreicht und es sollten noch etliche folgen, wie die Testa Asietta 2550 m, den Colle di Lanson 2490 m, den Colle Biegier 2389m und den Colle Genevres mit 2500 m.


Da die Asietta in unmittelbarer Grenznähe zwischen Frankreich und Italien verläuft, hat man bei dem von uns gebuchten Reisewetter einen 5- Sterne- Ausblick in beide Länder inklusive.


Bevor Siestre, ein bekannter Skiort und das Ende der Asietta erreicht wird, sind noch der Colle Bourget 2300 m und der Colle Basset 2420 m zu überqueren, dann geht es talwärts zum Call del Sestiere.


Bei einer kurzen Kaffeerast in Sestiere konnten wir die letzten Eindrücke noch ein bischen nachwirken lassen. Nachdem der Kaffee seine aufputschende Wirkung entfaltet hatte, reifte in uns der Entschluss, noch Tour 1, den Mont Jafferau in Angriff zu nehmen.




Somit ging es wieder über die SS 24 Richtung Susa. Kurz hinter Salbertrand liegt der Einstieg in Form einer steil ansteigenden schmalen Teerstraße.

In wirklich engen Serpentinen geht es bergauf, der Belag wechselt häufig und tiefe Bodenwellen verhindern das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit.

Nach gut 12 Kilometern erreicht man inmitten einer zerklüfteten Felslandschaft die Einfahrt eines 900 m langen U- förmigen Tunnels ohne Ausweichmöglichkeiten. Daran führt kein Weg vorbei!

Peter, vorne weg mit Megaphon und urigem Sound, hat scheinbar jeglichen Gegenverkehr zum Erliegen gebracht.



Unweit des Tunnels liegt das Fort Foens, wo wir eigentlich übernachten wollten, aber etliche Leute, denen wir schon mehrmals begegnet waren, hatten vor uns die gleiche Idee.

Also fuhren wir weiter bis zum Fort Promand, wo ebenfalls etliche Lagerfeuer in Betrieb waren.

Angesichts der fortgeschrittenen Stunde suchten wir uns dann jedoch noch ein lauschiges Plätzchen zum Campen. Zelte aufgebaut, gegessen, getrunken und bei mildem Wetter den Abend genossen. Bei herrlichem Mondlicht und Glockengeläut der unweit grasenden Milka- Kühe ging es in`s Bett bzw. Schlafsack.


20.8.2011 Km- Stand 16715


Den Kühen muss irgend Jemand klar gemacht haben, dass der boomende Absatz ihres Finalproduktes keine Ruhezeiten zulässt, denn gebimmelt hat es die ganze Nacht.

In Zusammenwirkung mit der halbliterstufigen Gewichtsreduzierung unseres Reisegefährtes ergab sich jedoch ein seeliger Schlaf.


Am Morgen die nun schon routinemäßige Prozedur. Kleine Morgenwäsche, frühstücken, Sachen packen und ab auf die Piste.


Gut im Gesamtzeitplan liegend hatten wir uns für diesen Tag lediglich den Mont Jafferau vorgenommen, um anschließende in Bardionecchia im Hotel die weitere Tourenplanung durchzusprechen.


Der Mont Jafferau 2801 m ü. M. lag unweit unsere Schlaflagers, wollte aber auch erst erklommen werden. Während wir in den vergangenen Tagen verschiedene Leute mehrmals getroffen hatten, sollte diese Tour uns alleine vorbehalten sein. Die Auffahrt ist teilweise sehr steil und grobschotterig. Beobachtet man dabei die tanzenden Halbachsen des Vordermannes, kann einem schon mal unwohl werden bei dem Gedanken an gerade jetzt auftretende altersbedingte Brüche tragender bzw. treibender Komponenten. Davon sind wir zum Glück verschont geblieben. Lediglich ein Kommunikationsproblem zwischen dem Unterbrecher von Hannes Sportkübel und dessen Zündspule musste beseitigt werden. Kurz unterhalb des Gipfelforts stellten wir unsere Autos ab. Noch einen kleinen Fußmarsch und der grandiose Ausblick war unser! Erwähnen möchte ich noch, dass etliche Ruinenparolen zu lesen waren, welche alles andere als einen Willkommensgruß zum Inhalt hatten- aus welchem Grund auch immer!


Nach problemloser Talfahrt erreichten wir in Bardionecchia eine für die Landschaft riesige Hotelanlage, in deren Tiefgarage alsdann standesgemäß eingeparkt wurde. Da die netten Mädels von der Rezeption gerade am Speisen waren, nutzten wir die Zeit bei einem kühlen Getränk für die Planung der nächsten Tage und erfreuten uns am Spieltrieb der hauseigenen handzahmen Elster.


Für den nächsten Tag stand jetzt fest: Abfahrt 6:00 Uhr zum Colle Sommeiller, dem mit 3035 m ü. M. höchsten befahrbaren Berg in Europa. Wir mussten so früh starten, weil ab 9:00 Uhr das Befahren mit KFZ schon nicht mehr gestattet ist. Jedenfalls an Wochenenden.


Aber jetzt erst einmal einchecken und individuelle Freizeit- sprich Bettruhe genießen. Zum gemeinsamen Abendessen auf der Hotelterrasse gab es natürlich Trauben- und Gerstensaft, was in diesem Falle allerdings nicht das Kampfgewicht des Kübels reduzierte.


21.8.2011 Km- Stand 16790


Früh aufstehen und ohne Frühstück pünktlich um 6:00 Uhr an den Autos zu sein, war angesagt und hat auch geklappt. Hätte beinahe nicht geklappt, da Hannes auf dem Flur mit uns zu früher Morgenstunde in ein Gespräch verwickelt war, ohne seine Zimmerkarte dabei zu haben, die Tür zuschlagen ließ. Da sein Zimmer glücklicherweise neben unserem lag und er zum Zwecke des Durchlüftens die Balkontür offen hatte, konnte dieses Missgeschick mittels Kletterpartie schnell aus der Welt geschafft werden.


Guten Morgen allerseits, Licht an und los geht`s auf Tour zum Colle Sommeiller.


Von Bardonecchia bis zum Gipfelpunkt sind es ca. 30 km. Gut 5 km abseits der Hauptstraße erreichten wir das Dorf Rochmolles, wo die Schotterpiste beginnt. Da trotz unseres Frühstarts der Zeitrahmen recht eng gesteckt ist, fahren wir nicht gerade langsam durch die engen Serpentinen. Nachdem der Stausee passiert ist, geht es in unzähligen Kehren `gen Himmel.


Je höher man kommt, um so grobschotteriger wird die Piste und dabei sind Kehren zu durchfahren, in denen man sich mit dem Kübel vorkommt, wie mit einem 40-Tonner im Vorgarten.


Der zeitgleich mit dem Erreichen des Hochplateaus einsetzende Sonnenaufgang entschädigte jedoch für alles. Um den Gipfel zu erreichen, war dann jedoch noch ein kleiner Morgenspaziergang erforderlich, also los.


Peter und Hannes vorweg, Sylvia und ich gemächlich hinterher.








Auf dem Gipfel angekommen, wollten Peter und Hannes sich gerade als Gipfelstürmer feiern, als sie ein Einheimischer mit großen starren Augen in Trance versetzte, ein kapitaler Steinbock , der sich sicherlich fragte: „ Was wollen die beiden Ungehörnten zu dieser Stunde in meinem Revier?“


Ich habe den Steinbock nicht mehr zu Gesicht bekommen, vermutlich bin ich doch eine zu imposante Gestalt.


Die Sonne wärmte allmählich angenehm und so genossen wir die Aussicht auf der Höhe noch eine ganze Weile, zum Abschluss noch ein Blick nach Frankreich und abwärts geht`s zurück nach Bardonecchia, um zu frühstücken. Gegen 10:45

Uhr fuhren wir weiter auf der SS 24 Richtung Süden über die französische Grenze zum Colde Montgenevre 1854 m ü. M.. In Briacon links abgebogen, sollte es über die I 02 weitergehen in Richtung Col de Izoard, 2361 m ü.M.

Auf gut ausgebauter Strecke mit gemächlichen Steigungen kamen wir in abwechslungsreicher Landschaft gut voran. In einer der finalen Kurven hatte sich ein Fotograf postiert, der aber auch jeden Passanten, ob mit Fahrrad oder Kübel auf Zelluloid gebannt hat. Das müssen herrliche Bilder geworden sein, denn schließlich haben wir alles gegeben, um im leichten Drift die letzte Steigung zu nehmen.


Bergab über Guillestre nach Embrun fuhren wir in ständiger Begleitung diverser Biker, es war ja Sonntag und bestes Wetter. Von Embrun aus erreichten wir erst nach mehreren Irrwegen den Tunnel de Papillon. Am Tor zur Tunneleinfahrt haben sich Generationen von „Eroberern“ in allen möglichen Varianten verewigt.


Nach Durchfahren des unbeleuchteten Tunnels mit jeder Menge Wasserlöchern, kurze Pause und weiter zum Tagesziel Camp Teleze auf gut befahrbarer Piste.


Dort angekommen, hatte ich zwei Probleme. Ein drehzahlabhängiges Geräusch und eine Bremstrommel, die sich trotz mehrmaligem vorhergehenden nachziehen der Mutter nicht auf der ihr zugewiesenen Antriebswelle wohlfühlte, was sie durch permanentes Klappern zum Ausdruck brachte

Nachdem die Zelte aufgebaut waren, packte Peter seine Hausapotheke aus.

Problem 1: Unterbrecher ölen und erledigt!

Problem 2: Bremstrommel und Antriebswelle mit Loctite zwangsverheiratet, bis dass der Heißluftfön euch scheidet, und erledigt!


Ausgiebig essen und weiter am Kampfgewicht gearbeitet, sowie zufrieden ins Bett.


22.8.2011 Km- Stand 17059


Wir konnten es anstellen, wie wir wollten, Start war immer gegen 9:30 Uhr und so auch heute.

Auf dem Plan stand zunächst die Maira- Stura- Kammstraße, Tour 10.


Also ging es auf der D 900 über Larche Richtung italienische Grenze, dem Coll de Madalena an den Kragen. In einem der nächsten kleinen Orte hatten wir ohne Vorwarnung einer durch lautes Gebimmel auf sich aufmerksam machenden Rinderherde die „Vorfahrt“ zu gewähren.


Rechts ranfahren und Kühe passieren lassen, lautete die Devise. Dass ich als umsichtiger Fahrzeugführer selbst beim Parken noch den Sicherheitsabstand einhalte, sollte sich in diesem Fall als Fehler erweisen. Wie konnte ich auch ahnen, dass im Spähtrupp der Herde die technisch interessierten Milchproduzenten marschieren, welche noch während der Inspektion meines Gefährtes vom unwissenden nachrückenden Fußvolk gegen meine linke Flanke gedrückt werden. Zum Glück entsprach die Lackierung der Wiederkäuer in etwa der meines Kübels, so dass bis auf einmal Wachrütteln keine bleibenden Erinnerungen zu verbuchen sind.


Die Maira- Stura- Kammstraße erreichten wir über maximal 13%igen Anstieg auf festem Untergrund, also fahrtechnisch keine Herausforderung. Die Kammstraße an sich verläuft auf einer Hochebene mit sich in Grenzen haltenden Niveauunterschieden, aber herrlichem Ausblick.

Nachdem Peter seinem Unterbrecher ein paar Liebkosungen mit der Kontaktfeile zukommen ließ, ging es über den einen oder anderen Coll hinab Richtung Demento.


In Limone wurde getankt, gegessen und eingekauft, um im Anschluss den Col de Tende, Tour 5, Richtung Frankreich zu befahren. Der spektakulärste Abschnitt dieser Tour ist mit Abstand die Talfahrt, welche mit 48 Kehren nach St. Delmus führt. Vorher passierten wir jedoch noch einen Bauernhof, der wohl als Paradebeispiel eines Biohofes dienen könnte. Die rosafarbenen Schweine des Bauern hatten nicht nur das Privileg der Freilandhaltung für sich gebucht, sondern aalten sich ohne einschränkende Zaunanlagen oder der gleichen an Pfützen ihrer Wahl in der Sonne und ließen sich auch durch uns nicht aus der Ruhe bringen. Gegen 19:00 Uhr beschlossen wir, an einem lauschigen Plätzchen im Kiefernwald mit kleinem Bach und für

solche Fälle aufgestellten Müllcontainern, mehr oder weniger wild zu campen.


23.8.2011 Km- Stand 17265


Heute sollte es auf Tour 6, der Ligurischen Grenzkammstraße bis zum Mittelmeer gehen, also runter auf Null. Nach fehlerfreiem Gruppenstart zur üblichen Zeit gönnen wir uns die erste Rast in Tende, um unter anderem diverse Verbrauchsgüter zu ergänzen. Über La Bridge ging es dann direkt zur Kammstraße. Noch einmal wie sooft in den letzten Tagen fahren wir bergauf bergab, bergauf bis über die Baumgrenze auf Schotterpisten und konnten bei bestem Wetter grandiose Ausblicke genießen. Wenn`s am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Zumindest, was Schotterpisten anbelangt, hielten wir uns an diese Erkenntnis. Gegen 15:00 Uhr kamen wir an die italienische Grenze in Pigne. Bis zum Mittelmeer brauchten wir den Kübel nur noch rollen lassen. Den Campingplatz Helios in Bordighera unmittelbar an der Küste erreichten wir um 16:00 Uhr. Dort angekommen, waren wir sogleich von drei aufgeweckten und neugierigen Kindern belagert. Dabei handelte es sich um zwei Mädchen und einem Jungen, welcher dem Schöpfer der Michelin- Figur als Modell gedient haben könnte. Die Hitze in den Bergen, bzw. auf den letzen Kilometern bis zum Mittelmeer hatte Inger mächtig zugesetzt, so dass Peter für die Nacht einen Bungalow mietete, während Hannes und wir zelteten. Vom Zeltplatz ging es dann direkt ins wohltemperierte Mittelmeer- eine Wohltat!


Bei einer weiteren Baderunde nach Einbruch der Dunkelheit bot sich uns mit den Lichtern von Monaco im Westen und denen von San Remo im Osten eine herrliche Kulisse.


24.8.2011 Km- Stand 17370


Wir waren jetzt jenseits der Alpen und hatten somit die größeren Herausforderungen unseres Feldzuges ohne Zwischenfälle gemeistert.


Den Rest der Tour hätte man auch mit einem tiefer gelegten Opel Manta fahren können, aber wer will das schon?


Nach morgendlichem Bad fuhren wir immer auf der Küstenstraße parallel zur Autobahn in Richtung Genua. Während in den vergangenen Tagen endlos viele Pässe zu bezwingen waren, ging es jetzt darum, sich im ganz „normalen“ italienischen Straßenverkehr schadlos zu halten. Bei bestem Wetter sollten wir auch diese Aufgabe bewältigen und legten bei 32°C etwa 50 km vor Genua die Mittagsrast ein.


Da Genua auf Nebenstraßen schlecht zu umfahren ist, ging`s also einmal quer durch. Das klappte wider erwarten recht ordentlich, dauerte jedoch eine halbe Ewigkeit. Etwa 40 km hinter Genua verließen wir die Küstenstraße in Richtung Norden, da für die entgegengesetzte Richtung die Autos ungeeignet schienen. Langsam war es auch wieder an der Zeit, nach einer Bleibe Ausschau zu halten. Wir mussten jedoch feststellen, dass Campingplätze im Landesinneren deutlich sparsamer verteilt sind, als an der Küste. Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, erklärte uns der ca. 50 kg schwere „Chef“ mit Rasierklingen unter den Armen, dass er zwar ausgebucht sei, für uns jedoch noch ein lauschiges Plätzchen frei hätte. Im Windschatten des Betreibers war dann der für uns bestimmte Ort auch bald erreicht, wo es uns förmlich die Sprache verschlug. Etwas abseits des ansonsten einen ordentlichen Eindruck machenden Zeltplatzes hatte der breitschulterige „Chef“ die wahrscheinlich für ihn mehr oder weniger tätigen Angehörigen eines auf ganz Europa verteilten mobilen Arbeitsverweigerungsstammes in einem abgehalfterten Wohnwagen untergebracht. Diese fühlten sich dort sichtlich wohl und wie zu Hause, was sie durch Absetzen ihrer Exkremente im gesamten Umfeld bekundeten. Ein derart deutlich markiertes Revier wollten wir dann jedoch auf gar keinen Fall als Nachtlager nutzen.

So ging die Suche weiter und es sollte sich auch lohnen. Da Hannes der italienischen Sprache mächtig und mit der Mentalität des Volkes vertraut ist, sollten wir zu später Stunde noch eine außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit erwischen.


In der Nähe von Borganovo landeten wir bei einem Bauern, der es satt hatte, sein Geld auf dem Traktor sitzend zu verdienen, und stattdessen seine Räumlichkeiten zur Beherbergung und Beköstigung von Leuten wie uns ausgebaut hatte.


Nach einem reichhaltigen mehrgängigen Essen fuhren wir in den Nachbarort Caregli, wo wir in einem nagelneuen noch nicht ganz fertig gestellten Ferienhaus übernachteten.


25.8.2011 Km- Stand 17638


Zum Frühstück fuhren wir noch einmal zu unserem Wirt. Für italienische Verhältnisse bestens versorgt ging`s zur gewohnten Stunde auf die Piste. Gleich hinter Borgonovo war dann mit 956 m noch ein Pass zu nehmen. Auf diesem Höhenniveau fuhren wir ohne Hast in Richtung Parma. Dort um die Mittagszeit angekommen, stand das Thermometer auf 37°C. Erklärtes Ziel war der Gardasee.


Die Po- Ebene durchquerten wir auf Nebenstraßen in Richtung Montova.

Wenn auch der Zustand der Straßen nichts zu wünschen übrig ließ, so waren diese doch überfüllte mit allerlei landwirtschaftlichem Gerät, was die Marchgeschwindigkeit in Grenzen hielt. Am späten Nachmittag schlagen wir in Desenzano am südlichen Ufer auf. Im Villaggio Toristico erwischten wir gerade noch einen Bungalow für zwei Nächte. Schnell häuslich eingerichtete, baden gehen und gepflegt zu Abend essen war angesagt. Währende Hannes und wir den nächsten Tag auch noch am See verbringen wollten, beschloss Peter seine immer noch vorhandene überschüssige Energie in einer Absetzbewegung durch die Dolomiten zu verbrauchen.

Den 26.8. verbrachten wir dann mit Schoppen, Schiffsrundfahrt und Baden, also Urlaub vom Aktivurlaub.


27.8.2011 Km- Stand 17828


Den See östlich umfahrend, starteten wir in Richtung Meran. In einem der sich stark ähnelnden Badeorten trafen wir uns noch mit einem Freund von Hannes zum kurzen Plausch.


Nachdem in einer Ölmühle die Gelegenheit genutzt wurde, noch frisches Olivenöl zu kaufen, brachen wir die Seeumfahrung ab und fuhren direkt Richtung Meran. Gegen 16:00 Uhr kamen wir wohlbehalten bei einem km- Stand von 18148 dort an, macht 2560 Gesamtfahrstrecke. Am Abend hatten wir uns noch zu einer leckeren Pizzarunde mit Hannes Familie verabredet, die das Familienoberhaupt ja auch zwei Wochen nicht gesehen hatte. In der Pizzeria angekommen, warteten wir also auf Familie Leimstädtner, und sie kamen, wie soll es auch anders sein, zu fünft im Kübel.


Ein ereignisreicher Urlaub war nun zu Ende. Die Verarbeitung der Flut von Eindrücken sollte noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Vielen Dank an dieser Stelle an Peter für die“ Idee“ und die akribische Vorbereitung, bei Hannes , ohne dessen Führerqualität die Fahrstrecke eventuell deutlich länger ausgefallen wäre, bei Prof. Porsche, der uns mit seiner Entwicklung diesen Freizeitspaß erst grundsätzlich ermöglichte

und bei meinem Kolben Nr. 3, der durch symmetrischen Unterbrechernocken befeuert, seinen drei Kollegen in Nichts nachstand und auch keine Be- Klemmungen produzierte

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